Schwerpunkt Bildung

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Für mich liegt einer der Schlüssel zur Lösung vieler Probleme in unserem Land in der Bildungspolitik. Bildung, die für mich ohne wenn und aber ein Menschenrecht darstellt, ist nicht nur die wichtigste Voraussetzung für die Persönlichkeitsentwicklung eines jeden Individuums unserer Gesellschaft, sondern auch volkswirtschaftlich von größter Bedeutung. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass unser Land mit Bodenschätzen nicht gerade gesegnet ist, bleibt uns nicht mehr als unsere Intelligenz. Diese muss aber zur rechten Zeit und auch richtig gefördert werden – durch ein Bildungssystem, das meines Erachtens kompromisslos am Menschen ausgerichtet sein muss und nicht am Geldbeutel, der Wirtschaft oder dem gehobenen Bürgertum.

Wem nützt es, wenn in Deutschland jährlich mehr als 60.000 Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss die Schulen verlassen? Wie kann es überhaupt sein, dass eine solch erschreckend hohe Zahl von Schülerinnen und Schülern, die mindestens neun Jahre lang die Schulbank gedrückt haben, am Ende nicht einmal in der Lage sind, einen richtigen Satz zu Papier zu bringen – und das in einem der reichsten Länder dieser Welt? Warum erlaubt sich unser Bildungssystem, gerade unter dem Vorzeichen des demographischen Wandels, ganzen Bevölkerungsgruppen den Zugang zur Bildung zu erschweren? Warum ist unser Arbeitsmarkt so dringend auf die Anwerbung ausländischer Fachkräfte angewiesen, obwohl wir in unserem Land ein Heer von Menschen haben, die nicht in Lohn und Arbeit stehen? Was ist das für ein Bildungssystem?

Diese und andere Fragen beschäftigen mich seit langem, darum ist Bildung eines der wichtigsten Themenschwerpunkte meines politischen Handelns, aber auch meiner ehrenamtlichen Tätigkeiten und meines beruflichen Lebens. Ich weiß sehr wohl, dass die Bundesländer gerade in der Bildungspolitik größtmögliche Gestaltungsspielräume haben, um eigene Akzente zu setzen. Dennoch darf sich der Bund meines Erachtens nicht aus seiner Verantwortung stehlen. Darum trete ich dafür ein, dass das „Kooperationsverbot“, wonach der Bund keine Bildungsaufgaben finanzieren darf, aufgehoben wird. Die bildungspolitische Kleinstaaterei in unserem Land muss endlich ein Ende haben!

Entgegen allen wortreichen Erklärungen ist die bildungspolitische Bilanz der schwarz-grünen Landesregierung schlecht. Im Ländervergleich erreichen hessische Schülerinnen und Schüler bestenfalls mittlere Plätze, die soziale Ungleichheit nimmt entsprechend zu. Zu viele Kinder bleiben auf dem Bildungsweg zurück, weil sie nicht ihren Fähigkeiten und Begabungen entsprechend gefördert werden. Frühe Selektion und eine zunehmende Zersplitterung prägen das hessische Schulsystem. Die Durchlässigkeit nach oben wird mehr und mehr abgebaut, Sackgassen entstehen. Leider setzt sich dieser Negativtrend auch in anderen Bildungsbereichen fort, wie beispielweise in der beruflichen Bildung und an den Hochschulen.

Ich will daran mitwirken, dass sich das ändert und meinen Beitrag zu einer modernen Bildungspolitik leisten, die niemanden aussondert und Chancengerechtigkeit garantiert, beginnend mit der frühkindlichen Bildung bis hin zum lebensbegleitenden Lernen.